Arbeitsplatz mit Diagnosemanual und Testbogen

 Forschung


Arbeitsgruppe Psychotraumatologie

Die Arbeitsgruppe "Psychotraumatologie" unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster verfolgt das Ziel, die Auswirkungen von traumatischen Ereignissen auf das Erleben und Verhalten Betroffener zu erforschen. Im Rahmen des Forschungsprogramms beschäftigt sich die Arbeitsgruppe dabei mit den vielfältigen Formen psychischer Belastung durch Traumafolgen.

Zentrale Forschungsgebiete sind hierbei unter anderem:

  • Psychosoziale Langzeitfolgen von Gewalt an Kindern in institutionellen Settings
  • Kriegsbedingte Traumatisierung und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit
  • Migration und Gesundheit
  • Traumatisierung bei vulnerablen Gruppen (z.B. Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung oder Personen im fortgeschrittenen Alter)

 Das übergeordnete Ziel der durchgeführten Untersuchungen ist es, Betroffene durch wissenschaftliche und systematische Forschung zu unterstützen und eine empirische Grundlage für die Entwicklung von Präventionsansätzen zu schaffen.

Forschungsprojekte

ESTSS ADJUST Study

Stressors, coping and symptoms of adjustment disorder in the course of COVID-19 pandemic

In diesem pan-europäischen Projekt werden längerfristige Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit untersucht. Das Ziel ist es, pandemiebedingte Belastungen sowie Risiko- und Schutzfaktoren, die für die Anpassungsleistungen der Bevölkerung während der Pandemie relevant sind, in mehreren Erhebungswellen zu erfassen.

Auch wenn die Corona-Lage derzeit entspannter und die Freude über die Rückkehr zur Normalität groß ist, ist die Pandemie noch nicht vorbei. Insbesondere die Spätfolgen der Corona-Krise werden uns noch lange begleiten. Deswegen ist es notwendig, das Befinden und die Bedürfnisse der Bevölkerung weiterhin zu erforschen.

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PIAAS-Studie

Eine psychologische Kurzintervention für afghanische Geflüchtete in Österreich

Ziel dieser Studie ist es, erstmalig die Wirksamkeit eines kurzen psychologischen Behandlungsmanuals für afghanische Geflüchtete zu überprüfen. Das Manual wird im Rahmen der Studie so adaptiert, das es auch Postmigrations-Stressoren berücksichtigt (adaptiertes "Problem Managment Plus, PM+").

PM+ wurde ursprünglich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt.

PM+ folgt einem lösungsorientierten Ansatz und zielt auf die Entwicklung von Copingstrategien für den Ungang mit psychosozialen Problemen (z.B. Stress, Angst, Gefühl von Hilflosigkeit) ab.

In dieser Studie werden darüber hinaus die subjektiven Erfahrungen der Teilnehmenden mit dem Behandlungsmanual ermittelt und die Möglichkeit einer breitenwirksameren Implementierung überprüft.

Das Projekt startete offiziell am 1. März 2019 und hat eine Laufzeit von 33 Monaten.

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Projekt Schemastudie

Im Rahmen der Studie "Schematheoretische Weiterbildung und ihre Effekte auf in niederösterreichischen Landeseinrichtungen untergebrachte Kinder und Jugendliche"sollen die Effekte der schematheoretischen Weiterbildung der BetreuerInnen, die in sozialpädagogischen Einrichtungen des Landes Niederösterreich tätig sind, auf die betreuten Kinder und Jugendlichen erfasst werden. Die interessierenden Variablen umfassen dabei die Veränderung der kindlichen Schemata, psychischer Störungen und der Verhaltensprobleme (z.B. Aggressionen) der Kinder und Jugendlichen. Zielsetzung der Studie ist es, die Wirksamkeit der durchgeführten Weiterbildung zu untersuchen und den bestmöglichen Rahmen für die Anwendung dieser und ähnlicher Weiterbildungen zu identifizieren.

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Projekt Wiener Heimstudie

Ein Forschungsprojekt mit großer medialer Wirkung ist die Wiener Heimstudie (2014 - 2017). Es handelt sich dabei um ein vom FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) finanziertes Projekt der Arbeitsgruppe, im Zuge dessen körperliche, sexuelle und emotionale Gewalt gegenüber Kindern in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt bis in die 1980er Jahre systematisch erforscht wird. In weiterer Folge wird eine Verminderung der aktuellen Belastung Betroffener angestrebt und mögliche Präventionsstrategien zu erarbeiten versucht.

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Projekt Opferschutz Katholische Kirche

Das Forschungsprojekt widmete sich der Aufarbeitung und Dokumentation der psychischen und physischen Gewalt, sowie des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Eines der beiden Hauptziele der Studie war die Untersuchung und Darstellung der psychischen, körperlichen und sozialen Auswirkungen von Traumatisierungen durch Gewalt, die von Repräsentanten der katholischen Kirche ausgeübt wurde. Ein weiteres Ziel stellte die Entwicklung von Richtlinien für verschiedene Einrichtungen, an die sich Betroffene hilfesuchend wenden, dar. Das Projekt wurde vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank finanziert.

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Projekt Opferschutz Niederösterreich

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde, zeitlich parallel zum Projekt „Opferschutz Katholische Kirche“, das Ausmaß sowie die psychischen Folgen von psychischer, physischer und sexueller Gewalt in niederösterreichischen Landesjugendheimen aufgearbeitet und dokumentiert. Das Projekt wurde durch das Land Niederösterreich finanziert.

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Projekt Kriegskinder

Ein weiteres Projekt der Arbeitsgruppe, welches in Zusammenarbeit mit dem Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung in Graz durchgeführt wurde, beschäftigte sich mit der Erforschung von kriegsbedingter posttraumatischer Belastungsstörung in der vor 1945 geborenen Bevölkerung. Diese Studie lieferte österreichweit einen ersten Einblick in die Prävalenz aktueller psychischer Beschwerden und posttraumatischer Symptome in einer alternden Gesellschaft. Das Projekt wurde finanziert durch den Zukunftsfonds der Republik Österreich.

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Projekt „wiehelfen“

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Vortrags- und Workshop-Reihe zu den Themen Flucht, Asyl und freiwilliges Engagement, die in Zusammenarbeit mit der Fakultät  für Philosophie und Bildungswissenschaft durchgeführt wurde. Im Februar 2016 wurden Workshops für Studierende abgehalten, in denen Wissen und Handlungskompetenzen zum Thema „freiwilliges Engagement in der Flüchtlingskrise“ erarbeitet wurden. Im Sommersemester 2016 folgten Vorträge zu den Themen Flucht und Asyl von Expert_innen aus verschiedenen Fachrichtungen. Zu Beginn und Ende der Veranstaltungsreihe fand jeweils eine Podiumsdiskussion mit Vertreter_innen verschiedener akademischer Fachrichtungen und Berufsfelder statt.

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